Gudrun Silvestre


Ich wurde 1982 in Kiel geboren und bin in einem gutbürgerlichen Umfeld aufgewachsen, fernab jeglicher Spiritualität. Ich fühlte immer die Verbindung zu der anderen Welt, manchmal zu stark, da mir die Unterstützung fehlte, damit umzugehen.

 

Nach der Schule zog ich nach München und studierte dort Psychologie, Ethnologie und Komparatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität (Magister). In meiner Freizeit war ich wild unterwegs, mit viel Party und Alkohol. Ich suchte durch das Erleben von Extremen, was meinem Leben fehlte.

Nach vielen Reisen und unzähligen Jobs wurde bei mir Hashimoto, eine angeblich unheilbare Autoimmunkrankheit an der Schilddrüse diagnostiziert. Ich entschloss mich dagegen, mein Leben lang Medikamente zu nehmen und suchte nach Schamanen. Dies war ein wake up call. Ich fand sie. Und damit begann meine Reise, meine Heilung und Selbstfindung.

Die südamerikanische Heilpflanze Ayahuasca initiierte mich, aber es waren viele Jahre Bewusstseinsarbeit und das Erlernen von spirituellen Werkzeugen nötig, um tiefe Konflikte in mir aufzuarbeiten, mich neu auszurichten und meinem Leben eine völlig andere Richtung und Qualität zu geben.

Ich ging auf lange Reisen nach Peru, um mit einheimischen Schamanen zu lernen und ich begann mit Yoga, Meditation und Shiatsu.Und ich brauchte alles, was ich gelernt hatte sehr nötig, um durch tiefe Krisen zu gehen. Meine Hashimoto Geschichte war längst Vergangenheit und meine Blutwerte perfekt.

Es passierte etwas weitaus schlimmeres für mich. Ich erkrankte an Schizophrenie, soweit konnte ich meinen Zustand nach meinem Psychologie Studium noch selbst klassifizieren. Aber was dahinter steckt ist soviel schmerzhafter als jegliche Klassifikation. Wieder nahm ich keine Medikamente, was ich aber nicht jedem empfehlen würde. Ich brauchte ungefähr zwei Jahre, um mich zu heilen, besuchte viele Heilseminare, lernte neue Techniken und machte meine Ausbildungen in der Thai-Yoga-Massage (Krishnatakis, Sunshine House, Griechenland), Shiatsu (Europäisches Shiatsu Institut, München), Aromatherapie (Primavera, Kempten und Wien), und absolvierte meine Yogalehrausbildung bei Patrick Broome in München.

Ich machte mich mit Körperarbeit, energetischen Behandlungen und Workshops für die bewusste Berührung selbständig. Nun florierte ich wieder. Aber auch jetzt wurde wieder alles, was ich gelernt hatte, auf den Prüfstand gesetzt. Ich erlebte privat emotionale Traumen und tiefe Enttäuschungen, die sich über wenige Jahre hinwegzogen. Kraft, da hindurch zu gehen, gab mir mein Sohn Mayan, der 2018 in Cusco auf die Welt kam, meine Freunde und alles, was ich mir erarbeitet und über mich selbst schon erfahren hatte. Die Mutterschaft gab mir dazu viele neue Einsichten, vertiefte mein Empfinden und zeigte mir die wahren Werte im Leben auf. Ich war vorher selbst noch ein Kind gewesen.

Ich erfuhr durch diese Herausforderungen im Leben einen erneuten inneren Wandel. Spirituelle Wekzeuge und psychologisches Wissen helfen enorm, aber letztendlich liegt es an unserem inneren Willen, welchen Werten wir in unserem Leben folgen. Der beste Schutz und die tiefste Heilung ist, unserem Herzen zu folgen, zu vergeben und konstruktiv auf uns und unser Leben zu schauen. Durch innere Ruhe erschaffen wir uns Oasen im täglichen Leben, um bei uns selbst anzukommen, dankbar zu sein für das, was wir sind und haben und loszulassen von alten Lasten. Meditation ist der wirkungsvollste Heilweg, den ich für mich herauskristallisiert habe und ich lebe die Meditation in jedem bewussten Moment. Damit ist Frieden eingekehrt in meinem Leben und ich empfinde wieder Freude und Lebensglück. Diesen Schlüssel, den ich gefunden habe, möchte ich nun an andere weitergeben und auch mental zur Seite stehen, sollte sich der Weg als holprig erweisen. Nur dadurch, dass ich den Abgrund selbst erlebt habe, kann ich anderen nun eine Hilfestellung darin geben.